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Gemeinde Malente wird Modellkommune für die Metropolregion Hamburg

„Es war ein langer Weg, aber wir haben es geschafft“, freut sich Tanja Rönck, Bürgermeisterin von Malente. Im Rahmen des Leitprojektes „Wohnen in der Metropolregion Hamburg – bedarfsgerecht, zukunftsfähig gemeinsam gestalten“ wurden die Gemeinden in der Metropolregion Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein aufgefordert, sich als Modellkommune zu bewerben. Die Gemeinde Malente erkannte hier Chancen und stellte sich mit dem Projekt „Bedarfsgerechte Wohnqualitäten in der Holsteinischen Schweiz“ vor. Und tatsächlich wurde die Gemeinde im Juni dieses Jahres als eines der acht Teilprojekte ausgewählt. Das dreijährige Projekt umfasst 210.000 Euro und wird mit 168.000 Euro gefördert. Die Finanzierung der Eigenmittel für das ehrgeizige Vorhaben in Höhe von 42.000 Euro bringt die Gemeinde Malente alleine auf.  

„Die Teilnahme an dem Vorhaben der Metropolregion Hamburg bringt uns ein gutes Stück weiter, unsere Strategie `Unser Malente 2030´ voranzubringen und hilft bei der Umsetzung des IGEK-Leitprojektes `Wohn- und Zuzugsinitiative´“, begründet die Bürgermeisterin ihr Engagement, „wir müssen auf die sich verändernden Zuzüge 60+ und damit dem Fehlen von jungen Familien und Berufstätigen in unserer Region reagieren. Ziel muss sein, speziell unsere Gemeinde als moderner, komfortabler und generationsgerechter Standort mit bezahlbarem Wohnraum sowie als attraktives, naturnahes Urlaubs- und Naherholungsgebiet zu platzieren.“

Ziel des Teilprojektes ist es, für die Modellgemeinde die Nachfrage nach Wohnraum im ländlichen Raum zu ermitteln und abzubilden, Transparenz herzustellen, Potentiale zu entdecken sowie - daraus resultierend - nach Lösungen zu suchen, bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen. Dabei soll die Analyse nicht nur die Region Holsteinische Schweiz berücksichtigen, sondern auch das mögliche Entlastungspotential für die Zentren Hamburg und Lübeck abbilden.

Die Gemeinde Malente ist mit ihrem Modellprojekt somit Vorreiter für die Kommunen in den Kreisen Ostholstein und Plön. Als Antragstellerin übernimmt die Gemeinde die Federführung für das Teilprojekt und für die Zusammenarbeit mit dem Leitprojekt der Metropolregion. Eine kreisübergreifende Steuerungsgruppe wurde gegründet, die sich im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung verpflichtet, für die Gestaltung und Umsetzung des Teilprojektes eng zusammenzuarbeiten. Neben Bürgermeisterin Tanja Rönck und Birgit Boller, Gemeinde Malente, gehört der Steuerungsgruppe Sibylle Kiemstedt und Horst Weppler vom Kreis Ostholstein sowie Joachim Schmidt und Günter Möller, AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz, an. Weitere Partner sind die Sparkasse Holstein und die Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein mbH. Das Einzugsgebiet der Förderkulisse endet zwar an der Kreisgrenze Ostholstein, aber durch die Einbindung der AktivRegion sollen auch Kommunen sowie die Städte Plön und Preetz in die Betrachtungen einbezogen werden können.

Landrat Reinhard Sager betont: „Wir wissen, dass das Immobilienangebot heute schon deutlich vom eigentlichen Bedarf abweicht. Das heißt, die Holsteinische Schweiz braucht dringend eine Wohnungsbaustrategie, um die künftigen, vielfältigen Herausforderungen zu meistern. Grundlage hierfür ist eine qualifizierte Analyse des Ist-Zustandes. Der Kreis Ostholstein begrüßt und unterstützt das kommunale Modellprojekt gemeinsam mit der Sparkasse Holstein und der AktivRegion. Dies ist die richtige Antwort darauf, Wohnen, Arbeiten und Tourismus in unserer Region bedarfsgerecht zu entwickeln. Die Initiative der Gemeinde Malente ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Mitgliedschaft des Kreises in der Metropolregion Hamburg auch einen Nutzen für die Gemeinden und Städte in den eher ländlicheren Regionen haben kann.“ 

Horst Weppler, stellv. Vorsitzender AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz, ist von dem Projekt überzeugt: „Ein Kernthema unsere Entwicklungsstrategie in der aktuellen Förderperiode ist die nachhaltige Daseinsvorsorge für unsere Region. Das Modellprojekt der Gemeinde Malente ist deshalb auch ein wichtiger Schritt zur Umsetzung unserer Ziele und verdient unsere volle Unterstützung.“

Günter Möller, Regionalmanager der AktivRegion, setzt hinzu: „Das Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept (IGEK) der Gemeinde Malente, aus dem heraus das aktuelle Projekt mit der Metropolregion Hamburg geboren wurde, wurde von der AktivRegion finanziell gefördert. Diese Initialzündung sollte zur Folge haben, dass die Kommunen der AktivRegion das Thema „Wohnen“ mehr in den Fokus nehmen und als Region gemeinsam weitere Zukunftsszenarien bearbeiten.“

 „Wir haben ein großes Interesse an diesem Projekt und werden das Vorhaben entsprechend unterstützen“, erklärt Hans-Ingo Gerwanski, Direktor bei der Sparkasse Holstein, „die Holsteinische Schweiz hat echte Zukunftschancen: Sie besitzt eine überdurchschnittliche Branchenausprägung im Tourismus- und Gesundheitsbereich; durch die teuren Wohnungsmärkte der Ballungsräume gewinnt unser ländlicher Raum an Attraktivität und auch der demographische Wandel fordert ein neues Denken beim Wohnungsbau. Mit dem Modellprojekt werden wir dem Ziel, bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum in der Region zu schaffen, einen wichtigen Schritt näher kommen.“