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AktivRegion feiert ihr 10-jähriges Jubiläum

Seit 10 Jahren besteht die AktivRegion. Ein guter Grund zu feiern und einen Rückblick auf die erledigte Arbeit, aber auch einen mutigen Blick in die Zukunft zu werfen. Mitglieder, Projektpartner, Vertreter von Vereinen, Partner aus Politik, der Gemeinden, der Kreisverwaltungen sowie der Landesregierung kamen zur Jubiläumsfeier auf dem Hof Viehbrook in Rend-swühren. Hier fühlt sich die AktivRegion besonders zu Hause, wurden doch schon einige Projekte mit der Familie Voss-Rahe auf den Weg gebracht. Bei bestem Herbstwetter präsentierten sich 13 Projekte aus den letzten 10 Jahren mit ihren Vorhaben und gaben der Veranstaltung einen bunten Rahmen. Die enge und kooperative Vernetzung der AktivRegion mit Vereinen und Organisationen wurde eindrucksvoll durch das hervorragende Buffet mit regionalen Spezialitäten demonstriert, das die Küche auf Viehbrook gemeinsam mit den Mitglie-dern der Genussregion Holsteinische Schweiz als Geburtstagsgeschenk auf die Beine gestellt hatte.

Jürgen Blucha, stellv. Leiter der Abteilung Landesplanung und ländliche Räume im Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration überbrachte die Glückwünsche von Innenminister Hans-Joachim Grote: „Die AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz ist unter den 22 AktivRegionen in Schleswig-Holstein immer Impulsgeberin und Vorreiterin gewesen. Dies trifft zu für die Themen und Inhalte wie Breitbandversorgung, Klimawandel/Energie, interkommunale Zusammenarbeit, aber auch bezogen auf neue Wege, die eingeschlagen wurden wie z. B. die Präsentation der Region auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin und die langfristig angelegte Kooperation mit einem renommierten Beratungsbüro aus der Bundeshauptstadt. Die AktivRegion agiert auf hohem Niveau. Dies kommt der Region zugute und allen Partnern im Netzwerk der AktivRegionen. Dafür zum 10jährigen Bestehen herzlichen Dank an alle Akteure, verbunden mit dem Wunsch, dass sie so lebendig weiter machen!“

Der Präsident des Kreistages Plön, Peter Sönnichsen, betonte in seinem Grußwort, dass der Eintritt des Kreises im Jahr 2013 in die AktivRegion nach anfänglichem Zögern eine große Freude gewesen sei: “Manches Projekt des Kreises hätte ohne die Förderung und die Unterstützung nicht oder nur in geringerem Umfang umgesetzt werden können. Ebenso wichtig ist die Begleitung von kommunalen, privaten und ganz besonders ehrenamtlich getragenen Initiativen. Sie haben Investitionen ausgelöst, zur Innovation beigetragen und vor allem Arbeitsplätze geschaffen. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit kurzen Wegen und nied-rigen Schwellen nutzt der gesamten Region.“

Auch Torsten Sommer, Geschäftsstellenleiter der Akademie für die ländlichen Räume Schles-wig-Holsteins e.V. überbrachte seinen Glückwunsch: „Der AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz ist es besonders gut gelungen, sich mit ihren Stärken zu positionieren. Das regionale Netzwerk, die enge Verzahnung mit dem Tourismus, die Auftritte auf der IGW und die vielen interessanten Projekte sind klare Indizien für eine sehr lebendige und erfolgreiche AktivRegion.“

Joachim Schmidt, Vorsitzender der AktivRegion, erinnerte daran, wie wichtig es sei, dass in der Region für die Region demokratisch die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssten. Gerade das Instrument AktivRegion würde den Menschen im ländlichen Raum die Chance geben, selbst die Zukunft mit Projekten, die sie brauchen, zu gestalten. „Bei aller Regionalität dürfen wir aber nicht vergessen, dass dieses Instrument Fördermöglichkeiten der Europäischen Union sind. Wir müssen diese unbedingt erhalten“, erklärte Schmidt, „Das heißt aber auch für mich: Zur EU gibt es keine Alternative.“

Günter Möller, Regionalmanager der AktivRegion, warf einen Blick zurück auf die Arbeit der vergangenen zehn Jahre: Insgesamt flossen 2,5 Mio € Fördergelder aus dem Grundbudget in die Region und es konnten weitere 5,3 Mio € Fördermittel aus anderen Fördertöpfen abgeschöpft werden. Damit wurde eine direkte Investitionssumme von 26 Mio € ausgelöst. Möller bedankte sich ausdrücklich bei der Landesverwaltung für die vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit über alle stürmischen Zeiten hinweg: „Wir waren und sind es ein bisschen immer noch - das Experimentierfeld für die europäische Landwirtschaftspolitik. Wir durften üben und Fehler machen. Dabei haben wir Unzulänglichkeiten und Hindernisse identifiziert, die die Arbeit und die erfolgreiche Regionalentwicklung erschwert haben. Aber wir haben gelernt und Anforderungen und Richtlinien verändert.“ Möller begrüßte, dass die „Kirchtürme“ in den Kommunen schrumpfen. Man schaue mehr als früher zu den Nachbarn, spreche miteinander und überlege, was man eventuell gemeinsam anpacken könne. „Wir haben vorsichtig, aber konsequent den Weg „weg von der Dorfentwicklung hin zu mehr Regionalentwicklung“ eingeschlagen.

Vortrag und Diskussion „Digitalisierung im ländlichen Raum“

Nach dem Blick zurück wurden die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im ländlichen Raum diskutiert. Sarah Brühl, Projektkoordinatorin des Projektes „Digitale Dörfer – Betzdorf digital“ stellte die Erfahrungen in der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain am Rande des Westerwaldes vor. Seit 2015 wird anhand konkreter Projekte erprobt, wie die Digitalisierung den Alltag und den sozialen Zusammenhalt konkret befördern kann. Sie appellierte an ihre Zuhörer: „Nutzen sie die Chancen der Digitalisierung, bringen sie interessierte Akteure zusammen und bereiten den Weg für konkret fassbare Projekte.“

In der anschließenden Podiumsdiskussion ermittelten die Teilnehmer gute Chancen für die Digitalisierung in der eigenen Region. Lars Winter, Bürgermeister der Stadt Plön, sah für viele aktuelle Plöner Ideen, wie z. B. die stärkere Nutzung digitaler Instrumente für das Stadtmarketing oder eine lokale „ebay-Börse aus Plön“, Umsetzungschancen, wenn es gelänge, die Digitalisierung vor Ort zu erproben. Auch Torsten Sommer, betonte die Chancen: „Die ländlichen Regio-nen sind auf gutem Weg beim Breitbandausbau. Jetzt muss man aus dem „Hype“ um das The-ma Digitalisierung konkrete Projekte, z. B. im Bereich Mobilität, Gesundheitsversorgung oder Bürgerservice, Bürgerbeteiligung, entwickeln.“ Wolfgang Schumacher, Managing Director a.D. der Kendrion Kuhnke GmbH in Malente erklärte: „Für die Wirtschaft im ländlichen Raum ist der laufende Breitbandausbau existenziell. Es geht im Wettbewerb um Schnelligkeit der Abläufe, aber auch darum, home-office für die begehrten Fachkräfte zum Alltag werden zu lassen.“ Der Moderator Stephan Kathke, EBP Deutschland GmbH, zog ein kurzes Fazit aus der anregenden Diskussion: „Die Idee, eine „digitale Aktivregion“ als Modellregion auf den Weg zu bringen, scheint geboren – Wann, wenn nicht jetzt?“